Hörspiele und Hörbücher

sind für mich etwas ganz Besonderes. Ich wuchs auf mit „Pumuckel“, „Hui Buh“, „???“, „TKKG“ und vielen weiteren. Etliche davon wünschte ich mir zu Geburtstagen und zu Weihnachten, andere bekam ich fürs Stillhalten in der Notaufnahme, wenn ich mal wieder vom Klettergerüst oder diversen Bäumen gerumpelt war oder mir auf dem Abenteuerspielplatz meterlange Spreißel und verstauchte Knochen zugezogen hatte. „Hui Buh“ war dabei mein großer Held und manchmal (nur manchmal) wünschte ich mir, mein eigener imaginärer Freund hätte ein klitzeskleines Bisschen mehr von dem Schlossgespenst.

Und so war mein erster Auftrag für „Hui Buh – neue Welt“ auch so etwas wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag aber ganz ohne Krankenhausaufenthalt, seufzende Eltern und Pflaster. Die jahrelange Arbeit für Film und Fernsehen war eine großer Hilfe und machte das Plotten, Storylinen, Drehbuchschreiben und -Editieren leichter. Nichts desto trotz, diese Kenntnisse speziell auf die Herausforderungen eines Mediums anzupassen, bei dem sich sämtliche Bilder vor den Augen über Geräusche und wörtliche Rede einstellen, war für mich noch einmal besonders spannend! Auch deshalb, weil ich sehr gerne hin- und herwechsle zwischen unterschiedlichen Formen: Film, Hörspiel, Roman, Podcast, Serie, Hörbuch, Graphic Novel, interaktiven Anwendungen. Und ich bin der Meinung, dass diese sich beim Arbeiten daran gegenseitig bereichern.  

Da gibt es beispielsweise die bereits genannten Hörspiele zu „Hui Buh – neue Welt“ von Europa – eine Übersicht unserer bisheriger Folgen dazu findet sich hier

Gesprochen werden sie von Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie ), Jürgen Thormann (Kastellan), Andreas Fröhlich (Erzähler) und beginnen allesamt mit dem bekannten Intro von Hans Paetsch: „Manche Leute sagen, es gibt Gespenster. Manche sagen, es gibt keine Gespenster. Ich aber sage: Hui Buh ist ein Gespenst!“

Mit einer Gesamtlänge von rund 80 bis 90 Minuten sind die Hörspiele abendfüllend und lassen sich prima mit Popcorn, Chips oder auch gesundem Knabberzeug genießen – aber nicht vergessen zu atmen, denn sie sind wirklich spannend!

Zwerge und anderes Märchenhaftes 

2013 wurden während des Festivals „Wunderland“ – gleich mehrere Hörspiele aufgeführt, bei denen ich irgendwie die Finger drin hatte: All jene beispielsweise, die während meines vom Berliner Senat geförderten Schul-Workshops „Kreativ-Lab“ gemeinsam mit Schülern entstanden. Und dann kam auch noch mein Livehörspiel im Dunkeln „Der 8te Zwerg“ zur Uraufführung: Im abgedunkelten Kinosaal entführten Sprecherin Elke Koepping und Sprecher Oliver Kube das Publikum mitten hinein in die Geschichte des bis dato stets verheimlichten achten Bruders der sieben Zwerge … Dort wo sich normalerweise zurückgelehnt wurde, um Filmisches zu genießen, wurden die Zuhörer Ohrenzeugen, was mit einem allseits bekannten Märchen geschieht, wenn ein von seinen Geschwistern unter Tage festgehaltener Zwerg die Geduld verliert …

Ein Text – vier Varianten: Ein Tod, womöglich

Anschließend folgte die Vertonung meines Beitrags Nummer 87 des E-Book-Projekts „1000 Tode schreiben“, erschienen im Frohmann-Verlag. „Ein Tod, womöglich“ wirft Schlaglichter auf scheinbare Alltagssituationen zweier Menschen, die miteinander leben. Zeitlich nicht chronologisch erzählt der Text anhand einer doppelten Perspektive über eine lebensverändernde Situation: die Stationen vor, während, nach einer schweren Operation.

Die Vertonung allerdings war eine große Herausforderung. Denn der Text definiert weder das Geschlecht der beiden, die hier abwechselnd ihren Gedanken folgen, noch ihr Verhältnis zu einander. Mit Absicht überließ ich den Lesenden die Entscheidung, ob es sich ihrer Meinung nach um ein Paar handelt, um zwei Familienangehörige oder nahe Freunde und ebenfalls, welchem Geschlecht wer angehört.

Um dies auch im Audio-Medium so erfahrbar wie möglich zu machen und Hörenden die Möglichkeit zu geben, für sich zu entscheiden, wer spricht, wurden also vier unterschiedliche Versionen mit unterschiedlicher Sprechenden produziert. Hier sind alle vier Varianten zu hören.

Der kleine Hui Buh

Jeder fängt klein an, oder? Selbst Gespenster und Hexen!

Seit 2016 gibt es die Folgen zu „Der kleine Hui Buh“ bei Europa, entwickelt von der Redakteurin Hilla Fitzen, meiner Kollegin Ulrike Rogler und mir. Die Hörspielreihe für Kleinere (ab 3 Jahre) ist ein Spin-Off des allseits bekannten und beliebten Schlossgespenst mit der rostigen Rasselkette Hui Buh von Eberhard Alexander-Burgh.

In „Der kleine Hui Buh“ geht das Gespenst und seine Freundin Hedda Hex noch zur Schule. Diese befindet sich in der Geheimzentrale für Gespenster, Hexen und andere magische Wesen auf dem Dachboden der Schlossgrundschule für Menschenkinder in Burgeck.  Und in jeder der etwa 30 minütigen Hörspiele (pro CD sind zwei zu hören) lösen das angehende Gespenst Hui Buh und die angehende Hexe Hedda Hex die aktuellen Aufgaben ihres Lehrmeisters Frederik der Fledermaus. Nicht immer geradewegs oder ohne Chaos aber immer mit Spaß und einem Mehrwert.  Inzwischen sind über 10 CDs erschienen, mehr folgen.

 

Übrigens auch in Englisch

Wer Hui Buh – bzw. Hully Boo – lieber auf Englisch hört oder verschenkt: Auch das ist möglich. Seit 2018 werden die beliebten Hörspiele auch übersetzt und in Englisch produziert:

Best friends Hully Boo and Heather Hex prove that ghosts and witches aren’t so scary as they learn tricks and spells in Castlehill with the help of Bartholomew the Bat. Even when things don’t go smoothly, the friends always have their hearts in the right place. Children aged 3+ can listen here to the topsy-turvy adventures of the two friends:

Hully Boo – Episode 1: „How Hully Boo got his Rattling Chain“ & „Halloween at Palace Primary“

Hully Boo – Episode 2: „Treasure Hunt in the Museum“ & „The Magic Championships“

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