Opa Toni hielt sich lieber an die Obstwirtschaft. Sein Geflügel war Eigenbedarf, dazu bekam er alle paar Wochen von einem befreundeten Bauern eine Schweinehälfte oder ein Stück Rind, die als Presssack, Majoranwürschtel, Bauernseufzer oder Schinken in seinem Räucherkamin landeten.

Wie bereits für „BANG“ oder aber Geschichten für die Lesefix-Reihe, habe ich auch für „Du stirbst in meinem Herzen nicht“ konzentriert vor Ort recherchiert. Nicht nur, dass ich die erste Fassung komplett in Franken schrieb, zur Vorbereitung hatte ich auch das Glück, dass sich etliche ganz unterschiedliche Fachleute bereit erklärten, sich von mir interviewen zu lassen.

Wie entstehen Majoranwürste, was muss bei einem Biobauernhof beachtet werden, wie sieht es zu welcher Jahreszeit mit der Ernte aus, was macht das Schnapsbrennen zu einer Kunst und das Busfahren zur Herausforderung? Ich bekam nicht nur die Antworten auf meine neugierigen Fragen, sondern darüber hinaus die ein oder andere Anekdote und Erinnerung. All das floss in den Entstehungsprozess von „Du stirbst in meinem Herzen nicht“ ein. Manchmal mit hohem Wiedererkennungswert für die Befragten, manchmal auch als Inspiration für Szenen, Figuren, die Atmosphäre.

 

kKrschblüte in Franken

 

Doch eines vorweg:

          Dieses Buch ist ein Roman. Auch wenn einige der Charaktere,     Umgebungen, Orte, Ereignisse und Traditionen Vorbilder in der Realität           haben, so bleiben sie dennoch fiktiv.

 

 

 

 

Unter anderem haben mir folgende Menschen Rede und Antwort gestanden, mich auf ihrem Anwesen oder in ihrem Unternehmen herumgeführt, mich einen Blick in Folienhäuser, Ställe, Schlachtküchen, Räucherkammern, Hofläden, Brennereien, Gasthäusern, die Zentrale eines Busfahrtsunternehmens werfen lassen:

Frau Lutter  vom Gasthaus Mühlhäuser in Wannbach habe ich Einblicke in ein besonderes Familienunternehmen, Wissenschaftliches, Technisches und Erfahrungswerte rund um das Schnapsbrennen und diverse Schäuferlas als Hirnnahrung zu verdanken. Hier ist übrigens auch der prämierte Opa Ulis Wildkirschbrand zu erstehen, Vorbild für jene Spezialität von Maras Großvater, die es ihm ermöglicht, sich zurückzuziehen, wenn ihm etwas zu viel wird.

 

Hofladen Bauer Böck SchildHerr Bauer vom Hofladen Böck hat mir nicht nur dabei geholfen, das Prozedere eines Hofladens und der Ernte als solches zu verstehen, sondern mir auch die Augen geöffnet für die unterschiedlichen Möglichkeiten, Wurst und Schinken zu machen. Außerdem verdanke ich ihm eine tolle Anekdote über Krautwürste: Da die nämlich Weißkohl enthalten, einigte sich so manche Gemeinde darauf, dass diese Spezialität auch an fleischlosen Tagen auf den Tisch kommen darf …

 

regiomat

Herr Dittrich vom Angushof Dittrich behielt nicht nur die Ruhe bei all meinen neugierigen Fragen rund um das Thema Biobauernhof und Angusrinder, er erklärte mir vieles vor Ort in den Ställen, der Schlachtküche und den Verkaufsräumen. Außerdem wusste ich bis dato nicht, dass Angusrunder vom Ursprung her eigentlich rötliches Fell hatten. Hier und da schlagen diese Gene durch und zwei schwarzen Tieren wird ein rotfelliges geboren … Eine Besonderheit des Ladens ist übrigens der „Regiomat“ – hier können 24 Stunden pro Tag diverse Fleisch- und andere Waren erstanden werden. Oder, wie es während einer meiner ersten Lesungen in Leipzig ein 14-Jähriger begeistert zusammenfasste: „Würste ziehen nach Mitternacht, wie abgefahren ist das denn?!“

 

 

Herr Klemm vom Busunternehmen Klemm erheiterte mich nicht nur mit unzähligen absurden Begebenheiten, die einem Busfahrer während der Fahrten begegnen, er nahm mich auch mit in die Schaltzentrale und gab mir einen Schnellkurs in GPS-Daten und das dazugehörige Computerprogramm, das Routen, Fahrzeuge und Fahrpläne abgleicht.

 

Wer Lust hat, die Jubiläumsausgabe der Zeitung „Der Färsbacher Bote“ zu lesen, die in dem Roman eine Rolle spielt und an einem kreativen Wettbewerb teilzunehmen: Hier geht’s lang.

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