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Making of: Brombeerblaue Tage

Zwischen Brombeeren und Brennnesseln lassen sich nicht nur Gebäude finden, sondern auch – so wie im Roman Brombeerblaue Tage – die ein oder andere ungewöhnliche Pflanze. Und wer nicht mit einem Rucksack Bestimmungsbüchern ausziehen will, ist mit der App Flora Incognita gut beraten: Foto der Blüte / Blätter / Früchte / des Stammes machen und sich Bestimmungshilfe holen.

Eine Freundin erzählte mir vor zwei Jahren von dem Projekt (die Technische Uni Ilmenau und das Max-Planck-Institut Jena arbeiten dafür zu sammeln), das nicht nur dabei hilft, Arten zu identifizieren und Informationen zu ihnen bereithält, sondern dank der Nutzerdaten währenddessen auch Informationen zu Biodiversität sammelt.

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Meine Spaziergänge und Entdeckungen

Anfangs, als das Buch noch eine vage Idee war, allerdings ging es mir gar nicht darum, zu wissen, an welchen Stauden, Pflanzen, Bäumen ich vorbeilief, ich freute mich einfach an den Farben, Formen, kurz an der Begleitung während Spaziergänge und Hunderunden. Holunder zu erkennen ist kein großes Problem, Sauerampfer, Löwenzahn, Spitzwegerich, Kleepflanzen … Aber: schon da lag ich teilweise falsch, denn der Spitz- war eigentlich ein Breitwegerich oder doch ein Weißlicher Wegerich (und ich wusste gar nicht, dass es einen Flohsamen-Wegerich gibt). Der Löwenzahn eigentlich ein Habichts oder doch ein Ferkelkraut – und selbst beim Vorbeischlendern an Rapsfeldern lag ich manchmal falsch und dort blühte eigentlich der Lein.

Auf der anderen Seite aber war ich überrascht, wie viele Namen ich noch von Wanderungen und Fahrradtouren zu Kinderzeiten kannte: Steinnelken, Ehrenpreis, Blausterne, wilde Möhre, Storchschnabel, kleines Waldvögelein.

Wirklich spannend wurde es dann, als wir die Schweinekuhle vor dem ehemaligen Stall rodeten – dort war ein wahres Brennnesselparadies, kein Wunder, die Pflanze zeigt stickstoffhaltigen, nährstoffreichen Boden an. Kaum hatten die restlichen Pflanzen etwas mehr Platz, sprossen plötzlich Gänsefuß und Beifuß, Schlafmohn – aber ich fand auch ein kleines Feld Färberkamille und einige -Reseden.

 

Experimente mit Naturfarben

Meine Neugierde war geweckt. Wie intensiv und lichtbeständig würden natürliche Textilfarben wohl werden, gab es Tricks für die Herstellung, wie würde der Unterschied zwischen Solarfärbungen und Färbebädern auf dem Herd aussehen?

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Folgendes habe ich gelernt: Beim Wolle- oder Textilfärben ist es wie beim Kochen: Es gibt eine Vielzahl an Rezepten, die sich lohnen „nachgekocht“ und ausprobiert zu werden. Die Ergebnisse werden jedoch immer etwas eigen bleiben – der PH-Wert des Wassers spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Faserart, die Zeit oder aber das Material der Töpfe und Schüsseln. Und schließlich ist das ja auch das Spannendere daran, oder? Das Ausprobieren, Sammeln, das Kreative.

 

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Ich habe einige Experimente gemacht, die zu leichten gräulichgraubraunbeigen Schattierungen führten. Manchmal weil die Pflanze nicht genug Farbstoff abgegeben hatte, manchmal weil ich zu ungeduldig gewesen war, manchmal, weil ich falsche Kombinationen ausprobierte. Andere haben mich mit Intensität überrascht und aus einigen „Fehlschlägen“ wurde dann auf dem zweiten Weg etwas sehr Spannendes.

Flüchtig werden vermutlich alle Farben bleiben, nächstes Jahr nicht mehr aussehen wie dieses und bei häufigem Tragen in der Sonne ausbleichen, denn ich habe entschlossen, gar keine Chemie zu verwenden, nicht einmal eine Beize aus Alaun. Letztendlich aber ist das auch eine Art von kreativer Prozess, finde ich. Konzert- oder Theateraufführungen sind schließlich auch flüchtig, nie gleich und unmöglich zu konservieren.

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