2016 erhielt ich also das Recherche- und Aufenthaltsstipendium des Zagreber Goethe-Institut und des Künstlerhauses Pazin für ein erstes Romankonzept, aus dem „Auf nach Irgendwo“ wurde. Dass der Roman hier an Vielschichtigkeit gewann ist all den Menschen zu verdanken, die mich unter ihre Fittiche genommen haben und mit mir durch die Gegend fuhren. Die mir immer wieder Fragen beantworteten und aus ihrem Leben oder ihren eigenen und anderen (wissenschaftlichen oder fiktiven) Werken erzählten. Sie alle hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen aber eine möchte ich doch gerne nennen: Die kroatische Schriftstellerin Ðurđa Knezevic. Ohne ihre Geduld während diverser Skypeinterviews und ihre Kontakte, wäre mir vieles entgangen.

 

Und so sah der Ausblick von meinem Schreibtisch aus. Wer genau hinsieht, entdeckt im rechten unteren Drittel Metalldrähte. Sie gehören zur Zipline, die in zwei Abschnitten über die Paziner Schlucht führen. Wer mutig genug ist oder aber ein Freund jeglicher Art von Adrenalin-Ausschüttung steigt auf der gegenüberliegenden Seite in ein Geschirr, lässt sich an den Draht haken und rast mit bis zu 65 km/h über die Schlucht. 

Der Zwischenhalt – ein kleiner Holzturm – steht in etwa drei Meter Entfernung vom Schriftstellerhaus. Bei schönem Wetter kann man von dessen Balkon oder der Terrasse also etwa sechzehn Zipline-Gruppen aus nächster Nähe beobachten. Oder aber Trauben pflücken, schwarze Bienen, Salamander und Gottesanbeterinnen bestaunen …

Die Paziner jedenfalls lieben ihre Schlucht. Denn sie ist so etwas wie die Böhmischen Knödel und der Rusalka See für die Tschechen oder die Zagreber Krawatten: berühmt für etwas, an das sich gerne erinnert wird. So soll die Grotte in der Schlucht nicht nur kroatische Schriftsteller, sondern auch Dante Alighieri zu seinem Epos „Die Göttliche Komödie“ inspiriert haben. Und den Franzosen Jules Verne zu Teilen seines Romans „Mathias Sandorf“ (die in der Höhle und der Burg spielen) auch wenn dieser Pazin nie selbst besucht hat. (Bei der Beschreibung von Mathias Sandorfs Flucht durch die Höhle orientierte Verne sich an zeitgenössischen Fotos und Reiseberichten und stützte sich angeblich auf seine Korrespondenz mit dem damaligen Bürgermeister des Ortes.)

Istrien aber ist noch für viel mehr berühmt wie Open Air Kunstfestivals, Trüffelfestivals, die Bilderbuch-Messe, seine Küstenstädchen an azurblauem Wasser …

Und von hier aus gelangt man in nicht einmal anderthalb Stunden nach Triest. Heute und früher ein gern besuchtes Ausflugsziel, das auch mit dem Schiff erreicht werden kann. Einer, der davon Gebrauch machte war der irische Schriftsteller James Joyce. Auf der Suche nach einer Anstellung als Sprachlehrer reisten er und seine spätere Frau Nora Barnacle 1904 von der Schweiz aus über Triest nach Pula. Hier entstand angeblich auch die erste Idee zu „Ulysses“, das als sein bedeutendstes Werk gilt.

 

 

Obwohl Miro und Jakob sozusagen bereits auf ihrer Heimreise durch Triest kommen, so war die Stadt doch Ausgangspunkt für die Geschichte von Miros Großmutter und ihrer großen Liebe Stjepan. Hier arbeitete sie in den 70er Jahren als Au-Pair, hier lernte sie Stjepan kennen, besuchte mit ihm das Autorennen Triest – Opicina, machte Ausflüge und Picknicks oder sah sich die damals aktuellsten Filme im Kino an. Und ohne ihre alte schwarz-weiß Aufnahmen aus dieser Zeit, wären Miro und Jakob womöglich umsonst all die Kilometer gereist …

Noch aber ist Miros und Jakobs Reise noch nicht zu Ende. Anstatt auf direktem Wege nachhause zu fahren, plant Miro einen Zwischenstopp an einem Ort ein, wo er hofft, Jakob zu helfen, sich seiner Vergangenheit zu stellen …

Ebermannstadt

Hier in meiner Heimat fährt die Dampf-Lokomotive Bubikopf zu Jakobs Begeisterung an Sonn- bzw. Feiertagen nach Behringersmühle und zurück. Übrigens ein echtes Erlebnis! Eines zu dem meine Eltern und ich gerne und immer wieder sämtlichen Besuch einladen und das sich niemand entgehen lassen sollte, der in der Fränkischen Urlaub macht. Oder einen Zwischenstopp. Oder aber dort lebt und es bisher noch nicht geschafft hat.

Ebermannstadt ist der letzte Halt auf Miros und Jakobs Reise, doch gerade Jakobs Geschichte ist damit noch nicht zu Ende, im Gegenteil. Denn manchmal braucht es einen kleinen Schubs aus der Vergangenheit, um seine Zukunft anzupacken …

Wer also von inzwischen Lust bekommen hat, mehr über Jakob, Miro und ihr Abenteuer voller Überraschungen zu erfahren: „Auf nach Irgendwo“ lässt sich in jeder Buchhandlung bestellen oder aber auf allen bekannten Plattformen im Netz.

Ich jedenfalls freue mich über jede und jeden, die mit uns auf die Reise kommen wollen.

 

Der Soundtrack zum Buch

„Jede Szene ist genau komponiert, jeder Dialog fein orchestriert, jede Figur hat ihren eigenen Klang“, schreibt der Journalist Udo Güldner zu meiner Freude in den Nürnberger Nachrichten über „Auf nach Irgendwo“. 

Musik ist eine der Antriebsfedern nicht nur für Miro sondern auch für die gesamte Geschichte und ihre Entwicklung. Und da ich auf Lesungen inzwischen mehrfach gefragt wurde, ob es denn irgendwo den Soundtrack zum Buch gibt: Ja, gibt es.

Nämlich hier, im fünften und letzten Teil des Making Ofs.

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